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Herbie Hancock ist eine Ikone der modernen Musik. In seiner langen Karriere hat er stilistische Grenzen mühelos überschritten und dabei stets seine unverwechselbare Stimme bewahrt. In seiner beeindruckenden Laufbahn, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, begeistert er bis heute ein weltweites Publikum.
Kaum ein Künstler hat den akustischen und elektronischen Jazz sowie den R&B nachhaltiger geprägt als Hancock. Miles Davis selbst schrieb in seiner Autobiografie: „Herbie war der nächste Schritt nach Bud Powell und Thelonious Monk – und bisher habe ich niemanden gehört, der nach ihm gekommen ist.“
Geboren 1940 in Chicago, zeigte Hancock früh außergewöhnliches Talent am Klavier. Bereits mit elf Jahren spielte er ein Mozart-Klavierkonzert mit dem Chicago Symphony Orchestra. In der High School entdeckte er den Jazz für sich, inspiriert von Oscar Peterson und Bill Evans. Gleichzeitig faszinierte ihn die Welt der Elektronik und Wissenschaft, sodass er am Grinnell College ein Doppelstudium in Musik und Elektrotechnik begann.
1960 wurde er vom Trompeter Donald Byrd entdeckt. Nach zwei Jahren als gefragter Studiomusiker – unter anderem für Phil Woods und Oliver Nelson – unterschrieb Hancock als Solokünstler bei Blue Note. Sein Debütalbum „Takin’ Off“ (1963) wurde ein sofortiger Erfolg und brachte mit „Watermelon Man“ seinen ersten Hit hervor. Im selben Jahr holte ihn Miles Davis in sein legendäres Quintett. Gemeinsam mit Wayne Shorter (Tenorsaxophon), Ron Carter (Bass) und Tony Williams (Schlagzeug) prägte Hancock in den folgenden Jahren Meilensteine wie „ESP“, „Nefertiti“ und „Sorcerer“. Später wirkte er auch an Davis’ bahnbrechenden Alben „In a Silent Way“ und „Bitches Brew“ mit, die die Fusion-Ära einläuteten. Parallel dazu entwickelte sich Hancocks Solokarriere auf Blue Note weiter. Alben wie „Maiden Voyage“, „Empyrean Isles“ und „Speak Like a Child“ gelten bis heute als Klassiker. Seine Filmmusik zu Michelangelo Antonionis „Blow-Up“ (1966) markierte den Beginn einer erfolgreichen Laufbahn als Komponist für Kino und Fernsehen.
Nach seinem Ausstieg bei Davis gründete Hancock 1973 die Band „The Headhunters“ und veröffentlichte das Album „Head Hunters“. Mit der Single „Chameleon“ wurde es das erste Jazzalbum, das Platinstatus erreichte. Mitte der 70er-Jahre spielte er vor ausverkauften Arenen auf der ganzen Welt und hatte zeitweise vier Alben gleichzeitig in den Popcharts. Insgesamt platzierte er in diesem Jahrzehnt elf Alben in den Charts – seine Musik wurde zur Inspirationsquelle für Generationen von Hip-Hop- und Dance-Künstlern.
Trotz seiner Affinität zu elektronischen Sounds blieb Hancock auch dem akustischen Jazz treu. Mit „VSOP“ (einer Reunion mit seinen ehemaligen Miles-Davis-Bandkollegen) sowie in Duetten mit Chick Corea und Oscar Peterson setzte er weiterhin starke Akzente. 1980 stellte er mit Wynton Marsalis eine neue Trompetenstimme der Jazzwelt vor und produzierte dessen Debütalbum. Drei Jahre später führte ihn seine Neugier auf alternative Sounds zu einer Zusammenarbeit mit Bill Laswell. Das Ergebnis: „Future Shock“, ein Meilenstein, der erneut Platin erreichte. Die Single „Rockit“ dominierte die Dance- und R&B-Charts, wurde mit fünf MTV-Awards ausgezeichnet und gewann einen Grammy für „Best R&B Instrumental“ – einer von insgesamt vierzehn Grammys, die Herbie Hancock erhalten hat. 1986 erhielt Hancock außerdem einen Oscar für die Filmmusik zu „Round Midnight“, in dem er auch als Schauspieler auftrat.
In den 90er-Jahren bewies er mit Projekten wie „The New Standard“ und „1+1“ seine Vielseitigkeit. 1998 feierte er mit den „Headhunters“ ein Comeback und arbeitete mit Künstlern wie Joni Mitchell, Stevie Wonder und Chick Corea an „Gershwin’s World“, das drei Grammys gewann.
Auch im neuen Jahrtausend blieb Hancock ein Pionier. 2005 veröffentlichte er „Possibilities“ – ein Album mit Künstlern wie Sting, John Mayer und Christina Aguilera. Zwei Jahre später erschien „River: The Joni Letters“, ein Tribut an Joni Mitchell, das mit dem Grammy für „Album of the Year“ ausgezeichnet wurde – eine Ehre, die nur wenigen Jazzmusikern je zuteil wurde. 2010 folgte „The Imagine Project“, ein globales Musikprojekt mit Künstlern wie Jeff Beck, Seal, Pink und Chaka Khan. Die Platte gewann zwei Grammys und unterstrich Hancocks Botschaft von Frieden und globaler Verantwortung.
Neben seiner Arbeit als Musiker ist Hancock eine feste Größe im kulturellen Leben. Er wurde zum „Creative Chair for Jazz“ der Los Angeles Philharmonic ernannt, ist Vorsitzender des „Thelonious Monk Institute of Jazz“ und Mitbegründer des „International Committee of Artists for Peace“. Die französische Regierung ehrte ihn mit dem „Commandeur des Arts et des Lettres“. 2011 wurde Hancock zum UNESCO-Botschafter des guten Willens ernannt. In dieser Rolle setzt er sich für interkulturellen Dialog, kreative Jugendförderung und gleichberechtigten Zugang zu künstlerischem Ausdruck ein.
Nach sechs Jahrzehnten an der Spitze der Musik bleibt Herbie Hancock ein Innovator. Wohin seine Reise auch führt – sein unverwechselbarer Einfluss wird überall Spuren hinterlassen.
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