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Prof. Franz Xaver Ohnesorg

Prof. Franz Xaver Ohnesorg

Intendant des
Klavier-Festival Ruhr und
Geschäftsführer des Initiativkreis Ruhr

Mülheim, Stadthalle

Verehrte Liebhaber der Klaviermusik, liebe Freunde des Klavier-Festivals Ruhr,

sich im Kulturhauptstadtjahr 2010 auf Europa zu besinnen, heißt für das Klavier-Festival Ruhr, den genuinen europäischen Kern der klassischen und romantischen Klavierliteratur zu verdeutlichen – z.B. anlässlich der 200. Geburtstage von Frédéric Chopin und Robert Schumann. Neben diesen beiden Komponisten, die eigentlich alljährlich die geheimen Favoriten unserer Konzertprogramme sind, stellen wir mit Johann Sebastian Bach den zentralen Komponisten der europäischen Musikgeschichte schlechthin in unseren Fokus; nicht zuletzt gehörten Schumann und Chopin zu Bachs größten Verehrern.

 

Zu den großen geistesgeschichtlichen Errungenschaften Europas gehört seit der Antike ganz sicher die Kultivierung des menschlichen Dialogs, der sich in der Musik im Miteinander von Solist und Orchester auf ganz besonders tiefe Weise erleben lässt. Deshalb haben wir im Kulturhauptstadtjahr mit besonders glanzvollen Orchesterkonzerten einen vierten Programmschwerpunkt geschaffen, bei dem Pierre-Laurent Aimard mit dem Chamber Orchestra of Europe (einem Orchester, das die europäische Idee geradezu ideal verwirklicht!), der Cembalist Ton Koopman mit dem Amsterdam Baroque Orchestra und Murray Perahia mit der weltweit gefeierten Academy of St. Martin in the Fields zu erleben sind; Ivo Pogorelich ließ sich mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot gewinnen und Daniel Barenboim wird sich mit der Berliner Staatskapelle unter Andris Nelsons der herkulischen Aufgabe unterziehen, beide Konzerte von Frédéric Chopin an einem Abend zu spielen.

 

Eröffnet wird unser Zyklus „Europäische Orchester-Dialoge“ mit einem Konzert, das wir unserer engen Zusammenarbeit mit dem WDR verdanken. Es war dessen damaligen Intendanten Fritz Pleitgen ein Herzensanliegen, für das Sinfonieorchester des WDR den russischen Dirigenten Semyon Bychkov zu gewinnen, der nun bei uns gemeinsam mit dem wunderbaren französischen Pianisten Jean-Yves Thibaudet mit einem reinen Strauss-Programm eines seiner letzten Konzerte als Chefdirigent  dieses Orchesters geben wird. Naheliegend, dass Fritz Pleitgen am Eröffnungsabend unser Ehrengast sein wird – nun als Chef der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Somit lautet unser diesjähriges Motto: „Europäische Orchester-Dialoge, Bach, Schumann & Chopin“. Natürlich leistet das Klavier-Festival Ruhr 2010 auch zwei wichtige Beiträge zum RUHR.2010-Projekt „Hans Werner Henze“, wenn u.a. sein Zweites Klavierkonzert und die wunderbaren Arabischen Gesänge für Tenor und  Klavier erklingen werden.

 

Selbstverständlich dürfen Sie sich auch wieder auf zahlreiche Wiederbegegnungen freuen – auf so charismatische Künstlerinnen wie Martha Argerich, Elena Bashkirova, Hélène Grimaud, Katia und Marielle Labèque, Elisabeth Leonskaja, Anne-Sophie Mutter und auf die so mutigen jungen „Einspringer“ der letzten Jahre, Khatia Buniatishvili und Alice Sara Ott. Glücklich sind wir auch, dass Leif Ove Andsnes, Nicholas Angelich, Rafal Blechacz, Andrea Lucchesini und Christian Zacharias zu uns zurückkehren, ebenso wie unsere treuen Freunde Emanuel Ax, Tzimon Barto, Alfred Brendel (mit einer Lesung!), Rudolf Buchbinder, Christoph Eschenbach, Nelson Freire, Lang Lang, Maki Namekawa und Dennis Russell Davies, András Schiff, Yaara Tal und Andreas Groethuysen, Arcadi Volodos und Grigory Sokolov, den wir in diesem Jahr für seine langjährige Treue mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr ehren wollen. Unter den Debütanten werden unser letztjähriger Stipendiat Juho Pohjonen, der noch als Geheimtipp gefeierte Alexei Volodin, die bezaubernde Jie Chen und acht Preisträger wichtiger internationaler Wettbewerbe sein. Einige dieser Debütabende werden wir auch diesmal in unserer Edition Klavier-Festival Ruhr auf CD dokumentieren.

 

Jazzfreunde dürfen sich auf unsere russische Nacht mit der WDR Big Band freuen, auf Helen Schneider mit ihrem exklusiven Ensemble, auf ein Wiedersehen mit Chick Corea und seiner Freedom Band und auf Till Brönner, der zum Ausklang unseres Kulturhauptstadt-Festivals wieder drei seiner „piano friends“ vorstellen wird.

 

Zu den zentralen Anliegen der Kulturhauptstadt-Bewegung gehört es, über die Aktivitäten des Jahres 2010 hinaus, Nachhaltigkeit zu ermöglichen, Strukturen zu schaffen, die helfen, den von Karl Ernst Osthaus bereits vor über 100 Jahren propagierten „Wandel durch Kultur“ für die in der neuen Metropole Ruhr lebenden Menschen im Alltag erlebbar zu machen. Genau dies ist das Ziel des Education-Programms des Klavier-Festivals Ruhr, mit dem der Initiativkreis Ruhr bereits seit dem Jahr 2006 einen Modellfall zeitgemäßer corporate citizenship praktiziert. Zum Beispiel über seine Little Piano School, in der an der Folkwang Musikschule Essen und in nun 12 Kindergärten der Evangelischen Kirche in Bottrop, Gladbeck und Dorsten schon jetzt 200 Kinder im Alter von 2-6 Jahren von inzwischen 13 Lehrerinnen unterrichtet werden. Wie nachhaltig Begegnungen junger Klavierschüler mit Künstlern des Festivals wirken, wird in einem Dokumentarfilm lebendig, den der renommierte Filmemacher Enrique Sánchez Lansch während der letzten vier Jahre für uns gedreht hat und der im Kulturhauptstadtjahr bundesweit präsentiert wird. Und schließlich ermöglichen wir Schülern (und Lehrern!) auch bei den Discovery-Projekten des Klavier-Festivals Ruhr 2010 in zahlreichen Workshops den kreativen Zugang zur Musik, wobei wir dank der Unterstützung einiger Pioniere unter unseren Sponsoren die Ergebnisse dieser Workshops in Präsentationen während des Festivals vorstellen und auf Trailern dokumentieren können. Diese sehr wirksame Form der Nachhaltigkeit lässt sich inzwischen eindrucksvoll auf unserer Website erleben.

 

Es ist mir ein großes persönliches Bedürfnis unseren zahlreichen Sponsoren, die uns in einer Zeit großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten treu zur Seite stehen, herzlich zu danken. Da, wo große Unternehmen um Verständnis für Kürzungen bitten mussten, sprangen andere, oft mittelständische Unternehmen ein, so dass wir zum Kulturhauptstadtjahr unser schon seit Jahren geplantes, besonders hochkarätiges Programm nun auch tatsächlich glanzvoll realisieren können. Es ist sicher kein unwichtiges Zeichen, dass auf den Initiativkreis Ruhr auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Verlass ist. Dafür danke ich herzlich unserem Schirmherrn, Herrn Gert Collin, dem mich tatkräftig unterstützenden Beirat des Klavier-Festivals Ruhr unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Henner Puppel und dem von Prof. Dr. Hartmut Griepentrog geführten Verein der Freunde und Förderer und nicht zuletzt unseren Moderatoren Dr. Wulf Bernotat und Dr. Winfried Materna, deren stetes Bekenntnis zum Klavier-Festival Ruhr auch in diesem Jahr die entscheidende Grundlage unserer Arbeit war. Schließlich danke ich aus vollem Herzen meinem Team für seinen unermüdlichen Einsatz. Wir alle freuen uns auf Ihre Begeisterung!

 

P.S.: Sie sind jung und entschließen sich gerne spontan – auch bei Konzertbesuchen? Dann empfiehlt sich unser neues, überaus günstiges und flexibles Angebot klavierspontan!

 

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